Feierlich und voller Freude verlief die Einführung von Prädikant Gerald Reckert am vergangenen Sonntag (16.2.) in Radolfzell.

Mit dem Einzug der anwesenden Kirchengemeinderäte vorneweg und den Pfarrern der Christuskirche sowie Dekanin Schneider-Cimbal wurde eine Markierung gesetzt, die der nachfolgende Gottesdienst sogar noch übertraf.

Nicht Eitelkeit und Geltungsbedürfnis sollten die Predigt- und Gottesdienstvorbereitung bestimmen, mahnte Dekanin Schneider-Cimbal in ihrer Ansprache, sondern das Hören auf Gottes Wort und das Weitergebenwollen seiner Worte und Weisungen. Nach der feierlichen Einführung, in der Gerald Reckert zunächst für sechs Jahre mit dem Amt des Prädikanten und damit der Verkündigung der frohen Botschaft betraut wurde, folgte vor einer mit rund 150 Menschen gut besuchten Kirche die Ansprache des frischgebackenen Predigers. Eine Stellenanzeige für unseren Gott - so lautete der ungewöhnliche und frappante Einstieg in die Predigt über Römer 9. 14-24. Ungewöhnlich auch der Verlauf der Gedankengänge - und sehr originell. Die Vorstellung von Gott als Töpfer, der über uns verfüge, gefalle uns eher nicht, da wir es gerne selbst sein wollten, die die Fäden in der Hand halten. "Aber das Bild, das aus Gottes Hand beides kommt, das Anfertigen und das Zerschmeißen, das Aufbauen und das Einreißen, das Lebendigmachen und das Töten, lässt sich nicht so schnell beiseiteschieben. Aber macht das nicht auch die besondere Faszination Gottes aus? Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass wir unser Leben, in dem wir durch unsere Tatkraft, durch unseren Willen Gutes wie Schlechtes erreichen können, dass wir unser Leben einem Gott anvertrauen, dem auch beides zugeschrieben wird: die Bewahrung und die Zerstörung dessen, was er getöpfert hat? Ist es denn nicht auch beruhigend, wenn wir unser Leben einem Gott zuordnen, der mit der Willkür seines Erbarmens und Verwerfens ein Abbild unserer Erfahrung im Leben ist? Wenn uns doch gelegentlich einmal etwas zutiefst unter die Haut geht, dann die Verteilung von Leben und Tod und die ganz heimlich zugestandene Einsicht, dass wir nicht den geringsten Anspruch auf das Leben haben, das wir führen, jedenfalls nicht mehr als irgendjemand sonst.", so Reckert in seiner Predigt. Er schloss mit dem Gedanken, dass es uns zwar die Einsicht schwer zu schaffen mache, dass Gott analytisch nicht einzufangen sei, aber die Tatsache, dass er unser Leben in Händen halte vielleicht besser anzunehmen sei, wenn wir uns klar machten, dass alles Unverständliche in unserem Leben und alle unsere Schwächen von ihm geschaffen wurden und er uns in tiefer Weisheit und Barmherzigkeit trage.

In fröhlicher Runde und sehr herzlich fand der Gottesdienst seine Fortsetzung in dem nachfolgenden Empfang im Gemeindesaal. Allseits beglückwünscht und gelobt wurde er von vielen Freunden, Gemeindegliedern und auch Pfarrern. "Wir sind richtig stolz" auf ihn, so eine Freundin des Predigers.

Die Ausbildung zum Prädikanten der Evangelischen Landeskirche Baden dauert zwei Jahre. Jeder, der sich dafür interessiert, kann sich bewerben. Gerald Reckert wurde 1955 in Nordhessen geboren. Der studierte Lebensmitteltechnologe arbeitet hauptberuflich als Marketing-Fachmann, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

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