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Neuer Pfarrer Roland Kusterer-Dreikosen 18.9.2007

Südkurier vom 18.9.2007 Seite 19

Neuer evangelischer Pfarrer Roland Kusterer-Dreikosen ins Amt eingeführt

Er will ein guter Seelsorger sein

Auf Roland Kusterer-Dreikosen warten als neuer Pfarrer der evangelischen Gemeinde etliche Aufgaben. Zusammen mit Pfarrer Ste­phan Ramsauer, der während 365 Tagen die vakante Pfarrstelle mitversah, wird er ein großes Gemeindegebiet betreuen. In der vollbesetzten Christuskirche wurde Roland Kusterer-Dreikosen am Sonntag von Dekan Dieter Schunck in sein Amt eingeführt.
VON ROLAND DOST


Amtseinführung:
Roland Kusterer-Dreikosen (Mitte) ist neuer Pfarrer der evangelischen Christus-Gemeinde;
hier mit Pfarrer Stephan Ramsauer (links) und
dem Radolfzeller Oberbürgermeister Jörg Schmidt (rechts).
BILD: DOST

Radolfzell - Der Festgottesdienst wurde von Kantorin Pia Lob mit einem anspruchsvollen Orgelstück „Nun danket alle Gott" eröffnet. Der Altarraum war mit bunten Blumen geschmückt, die Farbe in den sonst eher nüchtern wirkenden Kirchenraum brachten.

So tief verwurzelt der Glaube in der Gemeinde ist, so steht auch symbolisch für den christlichen Glauben, wie der Fels in der Brandung, ein Felsstück vor dem Altar und dem großen Holzkreuz.
"Neue Erwartungen werden in Sie gesetzt. Das gesteckte Ziel wird jedoch nicht leicht zu erreichen sein", meinte Dekan Dieter Schunck gegenüber Ro­land Kusterer-Dreikosen. In Radolfzell erwarte ihn eine lebendige Ge­meinde, personell sei die Pfarrei gut ausgestattet, und auch das Diakonische Werk leiste hier gute Arbeit. Trotzdem werde er als neuer Pfarrer kräftig anpacken müssen. Junge Pfarrer seien zwar meist aus edlem Holz geschnitzt, doch tiefe Wurzeln könnten sie als Seelsorger auf ihrem beruflichen Weg in der Regel nur schwierig schlagen. Kusterer-Dreikosens Wiege stand in Pforzheim. Er war bisher 15 Jahre lang Pfarrer in der Kirchengemeinde Epfenbach-Spechbach im Kraichgau. Der neue Seelsorger erinnerte an das Matthäus-Wort, wonach der Glaube Berge versetzen kann. Glaube brauche ein starkes Fundament, um langfristig Bestand zu haben. Kusterer-Dreikosen ging auch auf den Fanatis mus in den islamischen Staaten ein, der mit dem Glauben allerdings nichts zu tun habe. Auch im Christentum habe es Fanatismus gegeben. Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und Inquisition seien unrühmliche Kapitel in der Geschichte.

Pfarrer Kusterer-Dreikosen möchte dafür sorgen, dass die Christuskirche in Zukunft etwas farbiger ausgestaltet wird. Bisher dominieren Beton und nüchterne Fliesen. Seine Predigt wurde zu einer eindrucksvollen Visitenkarte des neuen Pfarrers. Er wolle ein guter Seelsorger und Pfarrer für die Gemeinde sein, so Roland Kusterer-Dreikosen. Grußworte sprachen Rolf Feldeisen von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Günter Helwig, Wolfgang Decker vom Diakonischen Werk, Marina Bosch von der St. Meinradskirche und OberbürgermeisterJörg Schmidt, der wie der neue Pfarrer ebenfalls aus dem Raum Pforzheim stammt und evangelischen Glaubens ist. In einem herzlich gehaltenen Schreiben drückten der bisherige katholische Münsterpfarrer Bernhard Maurer und sein Nachfolger Michael Hauser den Wunsch nach enger Zusammenarbeit beider Konfessionen in der Stadt aus. Beim anschließenden Empfang gab es viele Gelegenheiten, mit dem neuen Pfarrer und seiner Frau Verena persönliche Gespräche zu führen. Die Erzieherinnen des Kindergartens hatten auch ihre Fähigkeiten im kulinarischen Bereich eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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