Konzert der Zoff Voices 14.3.2008
Einfach mitreißend
Zum Konzert der Zoff Voices in der Radolfzeller Christuskirche

Die Zoff Voices verzauberten die Besucher beim Konzert in der Christuskirche. Dagmar Eggers Solo „Natural woman“ zählte zu den Songs, die besonders unter die Haut gingen.
BILD: CLAUDIA ANTES-BARISCH
Das Konzert der Zoff Voices in der Radolfzeller Christuskirche war Glanzpunkt eines Vorfrühlings-Wochenendes. Da blieben keine Wünsche offen– außer vielleicht dem Wunsch, es hätte noch länger dauern dürfen.
Anfangs noch etwas verhalten im nicht einmal voll besetzten Kirchenraum, merkte das Publikum schnell, wen es vor sich hatte und bezeugte seine wachsende Begeisterung durch zunehmenden Applaus. Ein Augenschmaus sind die Zoff Voices allemal.
Aber natürlich können die „Zoffies“ weit mehr als gut aussehen. Wunderbar singen nämlich – und absolut stimmsicher. Das Repertoire umfasst Popsongs der letzten 40 Jahre, dazu viel Jazz, viel Swing. Temporeich gesungen bei „Super Trouper“ von Abba oder ganz soft bei „Killing me softly“ oder „More than words“. Dazwischen überzeugend anspruchsvolle Arrangements wie bei „Here comes the rain again“.
Die musikalische Unterstützung kam von Dirk Werner, der, wenn er nicht dirigierte, am Piano saß, und von Volker Wagner mit einem sehr einfühlsamen Saxophonspiel. Dass die Stimmen der Sängerinnen auch ohne Instrumentalbegleitung tragen, bewiesen sie bei ihren a capella vorgetragenen Songs. Die Zoff Voices verfügen zudem über richtig gute Solistinnen – genannt seien hier nur Dagmar Egger und ihr unter die Haut gehendes „Natural woman“ und Sigrid Juhas mit Michael Jacksons rockigem „Man in the Mirror“. Und die Darstellung stimmte auch. Ein toller Anblick, wenn – wie bei „Return to Sender“ – der gesamte Chor in Bewegung kam. Mitreißend-kess auch die Choreografie bei „Schuld war nur der Bossa Nova“. Dagmar Egger, die mit viel Pfiff moderierte, klärte die Gäste darüber auf, dass sich nahezu alle Songs des Repertoires um die Liebe drehen. Zu diesen Liebesliedern zählte wohl auch „If you leave me now“ von Chicago: Ein klangliches Erlebnis, das manchen Zuhörer zu begeisterten Pfiffen hinriss. Der mehrstimmige Gesang der Zoff Voices zeigte sich ohne weiteres in der Lage, das Orchester der Originalversion zu ersetzen. Sehr eingängig und mit viel Gänsehaut-potenzial auch die Interpretation von „I wish I would know how it feels to be free“. Klar, dass es ohne Zugaben nicht ging. Mit „Puttin on the Ritz“ zeigte der Chor in komprimierter Form, was sie an Gesang und Performance drauf haben. Aber dann kam Dagmar Eggers „wenn’s am Schönsten ist, …“ und es folgte ein großer Applaus, der auch dann noch anhielt, als die Sängerinnen längst von der Bildfläche verschwunden waren. Ein Glücksfall, der Abend.
CLAUDIA ANTES-BARISCH