Zweifel - Salz des Glaubens (8.3.12)
8. März 2012
Der Zweifel gehört zum Glauben, sei dieses Verhältnis nun befruchtend oder zersetzend. Es wird gut tun, vorhandene Zweifel nicht auszuklammern, sondern anzusehen und konstruktiv damit umzugehen.
Anlass zu zweifeln gibt es genug: Zweifel am guten, am allmächtigen Gott, an seiner Existenz überhaupt. Wie erkläre ich einem Kind, was ich selber nicht mit Gewissheit zu sagen vermag? Ist Gewissheit nicht sowieso höchst zweifelhaft?
Auch im täglichen Leben nagt der Zweifel: Lebe ich gesund für Körper, Geist und Seele? Kann ich schaffen, was ich schaffen will und soll? Wie nachhaltig ist unsere Lebensform für zukünftige Generationen?
Unser Gespräch bietet Gelegenheit, unsere Zweifel zum Ausdruck zu bringen, gerade auch dort, wo sie „an die Substanz gehen“. Die von mir im Team mit vorbereitete Tagung mit Prof. Kroeger zeigte uns Wege und bot uns Hilfe, unsere Zweifel zu ordnen und falsche, irreführende Zweifelsformen zu erkennen und zu überwinden. Kann der Zweifel darüber hinaus fruchtbar für den Glauben werden, ihm Kraft und Lebendigkeit geben, anstatt ihn zu zersetzen, so sind wir dem Wesen des Glaubens wieder einen Schritt näher gekommen.
Harald Heine