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„Wie lange sind Sie schon hier? Wie fühlen Sie sich heute? War es ein Notfall? Wann sind Sie operiert worden?“ Mit solchen Fragen beginnt oft unser Gespräch bei den Patienten im Krankenhaus Radolfzell – und das ist meistens das Einzige, was nach einem Standard-Schema abläuft. Denn planbar ist wenig bei dieser Besuchsdienst-Arbeit. Wenn wir donnerstags an die Rezeption des Krankenhauses kommen, wissen wir nicht, wer und was uns an diesem Vormittag erwartet. Auf der Patienten-Liste, die uns das Krankenhaus zur Verfügung stellt, schauen wir nach, wer zu unserer Kirchengemeinde gehört oder auch zu einer anderen Gemeinde, von der wir wissen, dass sie keinen eigenen Besuchsdienst hat. Name, Alter, Geschlecht und Wohnort sind die einzigen Informationen, die wir über die Patienten erhalten. Höchstens aus der Station, auf der ein Patient liegt, lassen sich noch vage Rückschlüsse auf die Art der Erkrankung ziehen.
Nach der Listen-Auswertung geht jede von uns vier Besuchsdienst-Mitarbeiterinnen auf „ihre“ Station und klopft an die erste Tür. Wenn wir uns kurz vorgestellt und uns vergewissert haben, dass wir am richtigen Krankenbett stehen, beginnt ein Gespräch, bei dem wir uns oft vom Heiligen Geist leiten lassen müssen. Denn vom oberflächlichen Smalltalk über Fußball oder Garten bis zur kompletten Lebensgeschichte ist nun alles möglich. Speziell auf der internistischen Station trifft man dieselben Patienten immer wieder an. Dann fällt der Gesprächseinstieg natürlich leichter, weil wir die Kranken- und oftmals auch die Familiengeschichte schon kennen und schon eine Vertrauensbasis geschaffen ist.
Gelegentlich lehnt ein Patient ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Kirche ab. Wenn dann auch der Rat nichts nützt, es zu vergessen, dass wir von der Kirche sind, sondern sich einfach über einen Besuch zu freuen, dann können und wollen wir diesem Menschen ein Gespräch natürlich nicht aufzwingen. In den meisten Fällen spüren wir jedoch das Bedürfnis, über die oftmals sehr schwierige Situation, über Schmerzen, Kummer und Ängste mit jemandem, der geduldig zuhört, zu reden.
Manche Patienten sind aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage, zu lesen. Dann bieten wir an, beispielsweise einen Psalm oder den Vers auf einer mitgebrachten Karte vorzulesen. Manchmal wünscht der Gesprächspartner auch von sich aus, für das Gelingen des bevorstehenden medizinischen Eingriffs oder um neue Kraft zu beten. Aber es gibt auch Situationen, da ist jedes Wort zu viel und wir halten einfach nur eine Weile schweigend die Hand eines Kranken.
Zwischen fünf und 20 Minuten dauert in der Regel solch ein Besuch. Natürlich sind wir, wie das Pflegepersonal, zur Verschwiegenheit verpflichtet. Einmal im Monat treffen wir uns mit einem der Pfarrer zum Austausch über unsere Erfahrungen und zur Besprechung von Fragen und Problemen. Derzeit besteht der Krankenhaus-Besuchsdienst aus fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen: Veronika Engel, Hildegard Gaißer, Helga Huber, Traute Lindörfer (die zurzeit aus gesundheitlichen Gründen pausiert) und Jutta Schmidt.

Veronika Engel |

Hildegard Gaißer |

Helga Huber |

Jutta Schmidt |
Die Mitarbeiterinnen des Krankenhaus-Besuchsdienstes
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