Bild: Bei der Generalprobe

Es ist für Sänger, Musiker und Zuhörer gleichermaßen ein besonderes Erlebnis, wenn der Komponist eines großen zeitgenössischen Werkes bei der Aufführung persönlich anwesend ist. Martín Palmeri, 1965 in Buenos Aires geboren, komponierte die „Misa a Buenos Aires“, auch „Misatango“ oder „Tangomesse“ genannt, im Jahre 1996. Die mit lateinischem Text versehene Messvertonung für Mezzosopran, Chor, Bandoneon, Klavier und Streichorchester hat inzwischen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt. Am Sonntag, 22. April, erklang die „Misa a Buenos Aires“ in der voll besetzten Christuskirche Radolfzell, und Martín Palmeri übernahm dabei selbst den Klavierpart.

Das Konzert begann mit vier Instrumental-Stücken, mit denen die Zuhörer gewissermaßen auf den Musikstil des Tango Nuevo eingestimmt wurden. Die drei Komponisten dieser Werke, Carlos Gardel, Martín Palmeri und insbesondere Astor Piazolla haben alle ihren Anteil daran, dass der Tango den Weg aus den Bars und Tanzsalons Argentiniens in die Konzertsäle der Welt und nun auch in die Kirchen gefunden hat. Martín Palmeri am Klavier, Wolfgang Weniger am Bandoneon, einem speziell in der Tangomusik eingesetzten Akkordeon, und das Constantia Classica Quartett interpretierten die Stücke in virtuoser Weise und ließen die Vorfreude auf das größte Werk, das an diesem Abend erklingen sollte, steigen.

Als schließlich Pia Löb, Kantorin an der Christuskirche, den Taktstock erhob, hatte sie zusätzlich zu den Interpreten der Instrumentalstücke die Mezzosopranistin Dagmar Linde, weitere Streicher und den JazzChor Radolfzell, verstärkt durch einen Projektchor, vor sich. Gleich mit den ersten Takten des „Kyrie“ zogen die Sänger/innen und Musiker/innen das Publikum in ihren Bann. Einerseits prägen Rhythmus und Harmonien des Tango Nuevo die „Misa a Buenos Aires“, andererseits orientiert sie sich mit ihren kunstvollen Fugen gleichzeitig an der traditionellen Formensprache der Kirchenmusik. Der Chor identifizierte sich nach Überzeugung des Komponisten, der es ja am besten wissen muss, gänzlich mit dem Charakter des Stücks,  Dagmar Linde begeisterte mit einer kraftvollen und doch weichen Mezzosopran-Stimme, und bei Wolfgang Weniger überlegten sich vermutlich viele Zuhörer, wie man auf dem Bandoneon mit 142 ziemlich unsystematisch angeordneten Knöpfen so gekonnt immer die richtigen Töne treffen kann. Gerade dieses Instrument trägt mit seinem unverwechselbaren Klang besonders zum Charakter der Tangomusik bei. Als die letzten leisen Töne des „Agnus Dei“, dem letzten Teil der Messe, verklungen waren, zeugte eine mehrere Sekunden andauernde tiefe Stille von der Ergriffenheit der Zuhörer, bis dann ein lang anhaltender Applaus aufbrandete, der in erster Linie natürlich dem Komponisten Martín Palmeri und der Dirigentin Pia Löb, aber insgesamt allen Ausführenden galt.

Wer dieses außergewöhnliche Konzert verpasst hat, bekommt noch einmal eine Chance: Eine zweite Aufführung findet am Samstag, 28. April 2018, um 17 Uhr in der Lutherkirche Konstanz statt.

[Info zum Bild: Bei der Generalprobe (Foto: Minne Bley)]

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