Gottesdienst am 10. Mai 2020 Kantate

Musik (G.F. Händel), Pia Löb Orgel, Inga Bail Gesang, Eva Bielefel Flöte

Begrüßung, Psalm, Gebet (Pfr. Link)

Psalm 36 Nr. 719

Herr, deine Güte reicht, wo weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

            Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes

            und dein Recht wie die große Tiefe.

            Herr, du hilfst Menschen und Tieren.

Wie köstlich ist deine Güte, Gott,

dass die Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben.

            Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,

            und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,

und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

 

Gebet (Link)

Lebensquellender Gott,

nun sind wir wieder hier und feiern gemeinsam Gottesdienst. Es fühlt sich komisch an. Aber wir sind hier und suchen dich.

Du hast uns begleitet in den letzten Wochen, da wo wir dich gesucht haben: Zu Hause in unserem Bett, wenn wir die Hände falteten, am See, wenn wir auf´s Wasser schauten, im Wald, wenn wir den Frühling kommen sahen an den Bäumen. Du warst in unseren Herzen, hast unsere Seele berührt, warst Zuflucht und Halt.

Danke dafür, so komm auch heute Morgen zu uns. Sei Quelle für Liebe, die strömt, für Glauben, der müde Glieder stark macht, für Gedanken, die lichtvoll uns heil bringend sind.

Komm in unsere hungrigen Körper und Seelen und sättige uns mit reichen Gütern.

Amen

Lied: Wie lieblich ist der Maien (Bail, Löb)

Lesung Mt 11, 25-30 (Link)

 

Ansprache (Pfrn. Christiane Fröhlich)

Der erste Gottesdienst in Corona- Zeiten - Impuls zur neu gestalteten Kirche am 10.Mai 2020

Vertrautes entfällt.

Sicher Geglaubtes entgleitet.

Erwartungen wurden enttäuscht.

Ein kleines Virus hat die Welt verwirrt.

Zunächst noch dachten wir:

 Bald wird es wieder sein wie vorher.

Aber es wird nicht sein wie vorher.

Wir werden einen langen Atem brauchen.

Unruhe, Sorge, Fragen,

Was trägt?

 

Eingeschlossen in der Wohnung,

abgeschottet

verbunden über Datenströme, das zumindest.

Die Nächste, der Nächste, eine potentielle Virusträgerin.

Verhüllte Gesichter, vermisstes Lächeln.

Sehnsucht nach Umarmungen, nach der Gemeinschaft mit Vielen, nach körperlich spürbarem Trost.

Vereinzelte Stühle in einem leergeräumten Kirchenraum.

Unruhe, Sorgen, Fragen:

Was verbindet?

Was trägt?

Was verbindet?

 

Anfang der Woche hatten wir die überzähligen Stühle aus der Kirche entfernt, und es sah trostlos aus.

Nach Vereinzelung, nach Ferne.

So sollte es nicht bleiben.

Was tragen, was verbinden kann, das wollten wir sichtbar machen in diesem unseren Kirchenraum.

Und nun haben wir hier die große Chance, als Gemeinde ohnehin im Aufbruch zu sein, denn die Renovierung steht bald bevor,

und weil wir im Aufbruch sind, können wir gestalten.

Zwei Frauen, eine Vision, ein Bild vor Augen, Farben, Pinsel, und die Freude an der Kreativität.

Wir haben auf ein altes biblisches Symbol zurückgegriffen, den Weinstock.

Er streckt seine Wurzeln aus Richtung Wasser,

seine Wurzeln gehen tief,

sie vermögen auch in dürren Zeiten Wasser aus dem Boden zu gewinnen und die Pflanze zu versorgen.

Die Wurzel ernährt, die Wurzel trägt.

Das trägt:

Tief in der Geschichte der Menschen wurzelt unsere Glaubenstradition.

Ein lebendiger Strom aus den biblischen Visionen, Liedern, aus den Geschichten von Menschen, die mit Gott rangen in Krisenzeiten, die Gott begegneten, die durch Wüsten gingen und Quellen fanden. Die Frieden stifteten, sich für Gerechtigkeit auflehnten und Zukunft gestalteten.

Klage, Freude, Leid, Kreativität, Nähe, Tod, Aufstehen, auferstehen, all das finde ich in der Bibel.

Das trägt, das versorgt mich mit Lebensenergie.

Ich finde Halt,

wenn ich Texte lese, singe, spreche.

Auch, weil ich weiß, dass vor mir,

über die Jahrhunderte,

schon viele Menschen in bedrohlicheren Lebenslagen

auf diese Weise Halt gefunden haben und Mut schöpfen konnten.

 

Auf der Wurzel erhebt sich der Stamm, und davon gehen Ranken aus, durchflossen, ernährt von dieser göttlichen Lebensenergie.

Sie sitzen hier auf Stühlen im vorgeschriebenen 1,50 m Abstand. Aber Sie sitzen nicht auf einer Insel. Ihre Stühle sind umrankt, Zeichen dafür, dass wir auch dann, wenn wir achtsam Abstand halten, miteinander verbunden sind in Gott.

Wir können das heute nicht in gemeinsamen Gesang ausdrücken, was schwerfällt.

Aber Pia Löb spielt die Orgel, und unsere Herzen singen mit.

Noch ein Aspekt ist mir an dieser Verbundenheit wichtig:

Dass sie über diesen Raum hinausgeht in die Weite der Welt.

Es geht nicht darum, im eigenen Saft zu schmoren,

vielmehr weist uns die göttliche Lebensenergie, an der wir hängen, auf unsere Verantwortung hin für Menschen und Themen, die in dieser Krise keinen Raum mehr erhalten. Aus der Verbundenheit folgt die Verbindlichkeit von Jesu Forderung:

Kümmert Euch zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit!

 

Gott trägt,

Gott verbindet,

so predigt jetzt unser Kirchenraum.

Und ich schließe mit den Worten des Paulus:


 

Wer will uns trennen von der Liebe Gottes?

Bedrängnis oder Angst?

Verfolgung oder Hunger?

Nein, ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,

weder Mächte des Abgrunds,

weder Zufall noch Schicksal,

weder das Unheil von heute

noch die Gefahr von morgen,

weder die Herren der Erde

noch irgendeine Macht

die doch geschaffen ist von Gott,

uns trennen kann von der Liebe Gottes,

die uns in Christus begegnet.

Amen.

 

Lied: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

Fürbitten, Vaterunser, Segen (Pfr. Link)

Vaterunser

Segen (Link)

 

Musik (Bail, Bielefeld, Löb)

Pfr. Christian Link, Pfrin. Christiane Fröhlich

(c) Fotos: Evang. Kirchengemeinde Radolfzell

 

 

 

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